Vanillepulver

Vanillepulver, was ist das? Wofür wird es gebraucht? Welche günstigen Alternativen gibt es?

Königin der Gewürze | Vanille Vanillepulver

Mmmmh Vanille… wer liebt sie nicht? Ihren süßen, elegant-sahnig-karamellartig, vollen Geschmack.
Vanillepulver bringt ohne viel Aufwand das leckere Aroma in Naturquark, Pfannkuchen, Pudding oder Gebäck und schmeckt einfach himmlisch.
Keine Frage, Vanille ist superbeliebt, ein Klassiker. Dabei hat das Gewürz einen weiten Weg hinter sich, bevor es uns das Leben versüßt. 

Woher kommt sie?

Ursprünglich aus Mexiko. Heute spielt dieses Anbaugebiet nur noch eine Nebenrolle im Vanillezirkus.

Der Großteil kommt aus Madagaskar. Mit den Komoren, den Seychellen, Mauritius, Mayotte und der Insel Réunion bildet es die so genannten Vanille-Inseln. Hierher kommt die Deluxe Version, die Bourbon Vanille. Sie gilt als begehrteste Sorte.
Der Name Bourbon stammt von der Insel Réunion, die früher Île Bourbon hieß.
Andere Anbaugebiete gibt es in Java, Tahiti, Indien oder Sansibar.

Gewusst? Vanille ist eine wunderschöne Orchidee

Eine Kletterorchidee. Sie braucht feuchtes Klima und einen Baum oder Pfahl, um als Ranke bis zu 10 Meter in die Höhe zu klettern. Sie ist die einzige Orchidee der Welt, die Früchte trägt. Und genau diese sind für die Küche interessant: Die Kapselfrüchte, besser bekannt als Vanilleschoten. Frisch sind sie gelbgrün, geschmacks- und geruchlos.
Deshalb werden die Schoten fermentiert: Heißes Wasserbad, in der Sonne trocknen und nachts in Jutesäcken schwitzen. Heraus kommen
 die geliebten, schwarzbraunen Vanilleschoten mit dem typischem Aroma. Hauptaromastoff neben zahlreichen anderen ist Vanillin.

VanillepulverWas ist Vanillepulver? 

Vanillepulver wird aus diesen getrockneten Vanilleschoten gewonnen.
Zermahlen ergeben sie das braunschwarze Vanillepulver. 
Vor dem Kauf von Vanillepulver, lohnt sich ein Blick auf die Zutaten-Liste. Qualitativ hochwertiges Vanillepulver besteht als Naturprodukt nur aus den gemahlenen Schoten und ist nicht mit Zucker oder anderen Zusätzen gemischt.


Empfehlenswertes Vanillepulver: 


Es gibt auch aus den Samen gewonnenes Vanillepulver, welches aber nicht aromatisch ist und hauptsächlich für die Optik, die kleinen schwarzen Pünktchen, verwendet wird.

Vorteile von Vanillepulver

Vanillepulver ist was für die Bequemen. Es ist praktisch und spart Arbeit. Wer keine Lust auf das Auskratzen einer Vanilleschote hat, dem kommt Vanillepulver wie gerufen.
Das Pulver hat einen intensiven Vanillegeschmack, kann ganz einfach überall eingestreut werden und gibt Leckereien den erwünschten vanilligen Touch. Es lässt sich außerdem besser dosieren als Schoten.

Und wenig reicht. Ein halber Teelöffel entspricht ungefähr einer Vanilleschote und wird für etwa 500g eingesetzt.
Außerdem kann Zucker eingespart werden. Denn das Vanillepulver kann Zucker beim Backen, in der Milch oder im Quark auf gesunde und leckere Weise ersetzen.

Nachteil von Vanillepulver: Der Preis.
Gibt es eine günstigere Alternative?

Echte Vanille ist eine bezaubernde Zutat. Nur leider ist Vanille nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt.
Hier kommt die erschwingliche Tonkabohne ins Spiel. Sie kann die Vanilleschote adäquat ersetzen. Beliebt in der süßen Küche. Passt perfekt zu Kuchen und Desserts und ist lange haltbar. Eine richtige Konkurrenz zur Vanille. Weitaus günstiger, ein Naturprodukt und exotische Geschmacksexpolsion. Von Mandel, Süßholz, Marzipan, Karamell und natürlich Vanille bis hin zu einem leichten Rumaroma.

Was gibt es zu beachten?

Die Tonkabohne wird wie die Muskatnuss gerieben oder in der Süßspeise mitgekocht. Wenige reichen aus.
Außerdem steckt Cumarin in der Tonkabohne. Auch deshalb sollte sie sparsam eingesetzt werden. Ein Zuviel kann Übelkeit auslösen. 

Wofür kann Vanillepulver verwendet werden?

Vanillepulver
Selbst gemachtes Vanilleeis am Stil mit Himbeeren

Im Grunde für alles, wo eine Vanillenote gewünscht wird. Am beliebtesten ist die Kombi mit süßen Leckereien wie Vanilleeis, Vanillekipferl, Kuchen, Pfannkuchen oder Desserts. Toll auch in Tees, Smoothies, Kakao oder Milch.

Und… vielleicht erstmal schwer vorstellbar. Auch pikante Gerichten können mit einem Hauch Vanille veredelt werden. Zum Beispiel Hühnchen, Fisch, Möhren oder Rotkohl. Oder für ein exotisches Salatdressing. Dabei harmoniert Vanille sehr gut mit Gewürzen wie Kardamom, Nelken, Ingwer oder Chili. 

Wie wird Vanillepulver gelagert?

Vanillepulver sollte am besten dunkel, luftdicht, kühl und nicht zusammen mit anderen Gewürzen aufbewahrt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Vanillepulver, Vanillezucker und Vanillinzucker?

Vanillepulver besteht aus gemahlenen Schoten ohne Zuckerzugabe.

Vanillezucker besteht aus  Zucker + Vanillepulver oder Zucker + Vanilleschoten. Er kann also auch einfach selber hergestellt werden. Dazu Vanilleschoten oder Pulver ein paar Wochen in einem gut verschlossenem Glas mit Zucker lagern und hin und wieder schütteln.
Vanillezucker gibt es mittlerweile auch auf Xylit Basis.
Der selbstgemachte Vanillezucker ist weitaus besser als der oft im Handel erhältliche Vanillinzucker.

Vanillinzucker ist künstlich, also Zucker gemischt mit künstlichem Vanillin. Der wichtigste Aromastoff der Vanille, das Vanillin, kann auch synthetisch hergestellt werden. Es ist nur ein klitzekleiner Unterschied in der Schreibweise, dafür ein massiver in Qualität und Preis.

Der einzige Vorteil von Vanillinzucker ist der Preis. Vanillinzucker ist ein Billigprodukt. Nur ein Prozent des Aromas besteht aus echter Vanille. Optisch kann echter Vanillezucker an den schwarzen Pünktchen erkannt werden, anscheinend werden diese auch schon oft gefakt. Die Zutatenliste sollte allerdings Aufschluss geben. 

Warum ist Vanille so teuer?

Für die Vanilleproduktion braucht es viel Geduld und Handarbeit. Anbau und Verarbeitung sind aufwendig, arbeitsintensiv und langwierig.
4 Jahre dauert es zunächst, bis die Vanillepflanze zum ersten Mal Früchte tragen kann. Für 1kg Gewürzvanille werden dann 3-4 Kilo frische Vanilleschoten benötigt.

Außerdem muss die Vanilleorchidee künstlich, mit einem Bambusstäbchen, per Hand bestäubt werden. Dafür steht nur eine kurze Zeitspanne zur Verfügung.
Nach der Ernte nimmt der Prozess der Schwarzbräunung viel Zeit in Anspruch.
Ab der Blütezeit vergeht rund 1 Jahr bis zum exportfertigen Endprodukt. 

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